GetrÀnke HinterwÀller:

Rhein-Taunus-Str.15

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Bier

 

Bier ist ein alkohol- und kohlensĂ€urehaltiges GetrĂ€nk, welches durch GĂ€rung aus den Grundzutaten Wasser, Malz und Hopfen gewonnen wird. FĂŒr ein kontrolliertes Auslösen des GĂ€rvorganges wird meistens Hefe zugesetzt.

 

Im weiteren Sinne versteht man unter Bier jedes alkoholhaltige GetrĂ€nk, das auf Basis von verzuckerter StĂ€rke hergestellt wurde, ohne dass dabei ein Destillationsverfahren angewandt wurde. Die Abgrenzung zu Wein besteht darin, dass fĂŒr Weine Zucker aus pflanzlichen (Fruchtzucker) oder tierischen Quellen (zum Beispiel Honig) verwendet werden, wĂ€hrend der Ausgangsstoff fĂŒr Bier immer StĂ€rke ist.

 

In der Regel wird der Zucker aus der StĂ€rke von Getreide (Gerste, Roggen, Reis, Weizen, Mais) gewonnen, seltener wird StĂ€rke aus Kartoffeln oder anderer GemĂŒse wie Erbsen herangezogen. Der japanische Sake, obwohl oft als „Reiswein“ bezeichnet, fĂ€llt daher ebenfalls unter die Definition der bierartigen GetrĂ€nke.

 

Über den Ursprung des Wortes Bier gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Vermutlich stammt es von biber (lat. „Trank“) ab. Ein nicht mehr gebrĂ€uchliches Wort fĂŒr Bier ist das germanische Äl (vgl. engl. Ale), wobei es sich um das noch ungehopfte GebrĂ€u handelte.

 

 

 

Geschichte

Die frĂŒhesten Nachweise fĂŒr Bier gibt es aus dem altmesopotamischen Raum. Die Ägypter ließen halbfertig gebackenes Brot mit Wasser vergĂ€ren und bekamen so eine Art Bier. Bei den Römern hieß das Bier Cervisia, nach der Göttin der FeldfrĂŒchte, Ceres. Den Römern galt es als barbarisches GetrĂ€nk. Die Kelten kannten Bier unter dem Namen Korma.

 

Klosterbrauereien fĂŒhrten im Mittelalter den geregelten Braubetrieb ein. Im Mittelalter galt Bier auch als geeignetes GetrĂ€nk fĂŒr Kinder, da es damals einen geringeren Alkoholgehalt hatte als heute und das Bier durch das Kochen der BierwĂŒrze weitgehend keimfrei war, was man vom Wasser damals nicht behaupten konnte. Es war ferner wegen seines hohen Kaloriengehalts eine wichtige ErgĂ€nzung der oft knappen Nahrung, da man als Bier auch minderwertiges Getreide noch halbwegs genießen konnte. Angesichts des hohen Bierkonsums im Mittelalter und in der frĂŒhen Neuzeit war Bier fĂŒr den stĂ€dtischen Fiskus und die seit etwa 1500 entstehenden Landessteuerbehörden von großem Interesse. Bereits im SpĂ€tmittelalter wurden fast ĂŒberall im Reich Produktions- und Verkaufssteuern auf Bier erhoben. Dieses Bier wurde grundsĂ€tzlich mit obergĂ€riger Hefe, sog. "Oberzeug" gebraut.

 

Nachdem in Kellern und KĂŒhlhĂ€usern auch bei kalten Temperaturen vergoren werden konnte, setzte sich bald die untergĂ€rige Brauweise durch. Bereits 1841 wurde das untergĂ€rige Lagerbier von Anton Dreher in Wien gebraut und lĂ€utete damit die Epoche der untergĂ€rigen Biersorten ein.

 

Als wichtiger Punkt in der Geschichte des Bierbrauens wird die "Erfindung" der Pilsner Brauart angesehen. Sie ging aus der schon damals berĂŒhmten Bayerischen Brauart hervor, die vor allem auf nur leicht geröstetem Malz und auf der langsamen GĂ€rung durch Lagerung in kalten Höhlen und tiefen Kellern beruhte. Josef Groll braute somit am 5. Oktober 1842 den ersten Sud nach Pilsner Brauart. Dieser wurde erstmals am 11. November 1842 öffentlich ausgeschenkt und eröffnete so den weltweiten Siegeszug dieser BierspezialitĂ€t, die als Original Pilsner Urquell vertrieben wird.

 

In Deutschland wurde untergÀriges Bier bis 1993 nach dem Biersteuergesetz, umgangssprachlich als Reinheitsgebot von 1516 bekannt, gebraut. Darin waren Teile des Reinheitsgebotes enthalten, nach dem nur Wasser, Hopfen, und Malz (und Hefe) als Zutaten erlaubt waren. Seit 1993 ist die Herstellung von Bier in Deutschland im vorlÀufigen Biergesetz (BGBl. I 1993 S. 1400-1401) geregelt. Bier ist heutzutage das in Deutschland und vielen anderen LÀndern meistgetrunkene alkoholische GetrÀnk.

 

Der Brauprozess

 

Beim Bierbrauen werden die Bierzutaten Wasser, Malz und Hopfen miteinander vermischt und teilweise durch den Stoffwechsel von Hefe biochemisch verÀndert, wobei mehrere Stufen durchlaufen werden:

 

 Nachdem aus Getreide (in der Regel Gerste) Malz hergestellt wurde, wird dieses geschrotet. Der eigentliche Brauprozess beginnt mit dem Maischen. Dabei wird Wasser auf etwa 60 °C erwĂ€rmt, dann das geschrotete Malz hinzugefĂŒgt und die so entstandene Maische unter stĂ€ndigem RĂŒhren je nach Verfahren bis etwa 75 °C erhitzt (rein enzymatischer Abbau der StĂ€rke) oder Teile der Maische gekocht (physikalische Verkleisterung der StĂ€rke). Bei verschiedenen sogenannten Rast-Temperaturen setzen Enzyme StĂ€rke aus dem Malz in Malzzucker um. Mit einem Jodtest wird anschließend festgestellt, ob die gelöste StĂ€rke vollstĂ€ndig verzuckert ist. Daraufhin wird die Maische im LĂ€uterbottich gelĂ€utert: Der Malztreber und die WĂŒrze (so heißt der flĂŒssige, vergĂ€rbare Teil der Maische) werden voneinander getrennt. Durch NachgĂŒsse mit heißem Wasser wird die WĂŒrze aus dem Treber gespĂŒlt und anschließend im Sudkessel mit Hopfen gekocht. Den folgenden Vorgang nennt der Brauer Ausschlagen. Dabei wird der Sud aus der WĂŒrzepfanne in einen Whirlpool oder durch einen Filter gepumpt, um das geronnene Eiweiß und andere Schwebstoffe von der AusschlagwĂŒrze zu trennen. Zuletzt wird die nun AnstellwĂŒrze genannte FlĂŒssigkeit in einem KĂŒhler auf die optimale GĂ€rtemperatur abgekĂŒhlt und je nach Biersorte die passende Hefe-Kultur zugesetzt. ObergĂ€rige Hefe-Sorten vergĂ€ren bei Temperaturen zwischen 18 °C und 24 °C, untergĂ€rige bei 8 °C - 14 °C. Bei der alkoholischen GĂ€rung setzt die Hefe den in der WĂŒrze gelösten Zucker zu Ethanol und Kohlendioxid um, das zum Teil im fertigen Bier unter Druck als KohlensĂ€ure gebunden bleibt. Nach der GĂ€rung, die etwa eine Woche dauert, muss das sogenannte Jungbier noch etwa 4 bis 6 Wochen lagern. Das gereifte Bier wird in der Regel nochmals gefiltert und schließlich in Flaschen, FĂ€sser oder Dosen abgefĂŒllt.

 

 

Die Biersorten

 Bierarten nach Sorte der verwendeten Hefe

Folgende Bierarten unterscheiden sich nach der Sorte der verwendeten Hefe:

 ObergĂ€rige Biere

 Bei obergĂ€rigen Bieren steigt die Hefe (Saccharomyces cerevisiae) am Ende der GĂ€rung an die OberflĂ€che. Die fĂŒr die ObergĂ€rung erforderlichen höheren GĂ€rtemperaturen (15–22 °C) fĂŒhren zu einer vermehrten Bildung von Estern und höheren Alkoholen durch die Hefe. Diese verleihen den Bieren oft ein fruchtiges Aroma. ObergĂ€rige Biere wurden frĂŒher oft ohne Lagerung direkt im Anschluss an die HauptgĂ€rung vermarktet. Sie waren ungespundet und generell nur kurz haltbar. Heutzutage wird eine Lagerung Ă€hnlich wie bei den untergĂ€rigen Bieren durchgefĂŒhrt. Zu den obergĂ€rigen Bieren gehören z. B.:

 

Ale

Altbier

Berliner Weiße

Gose

Haferbier

Kölsch (und Wieß)

Porter

Roggenbier

Steinbier

Stout

Dinkelbier

Weizenbier (auch bekannt als Weißbier oder Hefeweizen)

 

UntergÀrige Biere

 

Bei untergĂ€rigen Bieren sinkt die Hefe (Saccharomyces carlsbergensis) nach dem GĂ€rungsprozess auf den Boden des GĂ€rtanks. Dies sind gewissermaßen „ausgebaute“ Biere, die eine gewisse Reifezeit benötigen, aber auch lĂ€nger haltbar sind als die ObergĂ€rigen. Diese Herstellung benötigt KĂŒhlung mit Temperaturen von unter 10 °C, ist also ganzjĂ€hrig erst seit der Erfindung der KĂ€ltemaschine möglich. Deswegen konnte beispielsweise das MĂ€rzen frĂŒher nur bis MĂ€rz gebraut werden, woher es seinen Namen hat. Zu den untergĂ€rigen Bieren gehören z. B.:

 

Bock

Doppelbock

Dunkles

Exportbier

Helles

Lager (manchmal auch Wiener Bier genannt)

MĂ€rzen

die meisten Festbiere wie z. B. das Oktoberfest-Bier

Pils

Schwarzbier

Schwarzviertler

Urtyp

Zoiglbier

Zwickelbier (auch bekannt als Kellerbier)

 

SpontangÀrige Biere

Bei spontangĂ€rigen Bieren wird keine Hefe zugesetzt. Stattdessen wartet man, bis frei in der Luft fliegende Hefesporen in den offenen GĂ€rbottich gelangen und die GĂ€rung anregen. Dies ist die Ă€lteste Art, die WĂŒrze zur GĂ€rung zu bringen, und stammt noch aus der Zeit, als der Hefepilz den Menschen noch unbekannt war. Zu den spontangĂ€rigen Bieren gehören z. B.:

 

Jopenbier

Lambic

Gueuze

 

Besonderheiten

Eine Besonderheit stellt das Rauchbier dar, das sowohl unter- als auch obergÀrig gebraut werden kann. Es wird unter Zugabe von gerÀuchertem Malz hergestellt, wodurch es seinen rauchigen Geschmack erhÀlt.

Eine weitere Besonderheit ist Weißbierpils. Dabei handelt es sich um eine Biersorte, fĂŒr deren Herstellung sowohl ober- als auch untergĂ€rige Hefe eingesetzt wird: FĂŒr den Weißbierbestandteil kommt obergĂ€rige und fĂŒr den Pilsbestandteil untergĂ€rige Hefe zum Einsatz. Beide Bestandteile werden zunĂ€chst separat hergestellt, EndvergĂ€rung und Reifung finden dann gemeinsam statt. Weißbierpils vereint den malzigen, prickelnden und fruchtigen Geschmack von Weißbier mit den erfrischenden Eigenschaften von Pils.

Weitgehend unbekannt ist das HausbrÀu, das als Jungbier beim Bierfassen von den Hausbrauern in eigenen FÀssern in der Brauerei abgeholt und zu Hause fertiggereift wird.

 

Alkoholfreie Biere

Ein so genanntes alkoholfreies Bier enthĂ€lt meist eine geringe Menge Alkohol. Dieser liegt je nach Herstellungsverfahren zwischen 0,02 % und 0,5 % Alkohol. Allerdings enthalten auch z. B. die meisten FruchtsĂ€fte von Natur aus vergleichbare Alkoholmengen. Ein veraltetes Herstellungsverfahren fĂŒr alkoholfreies Bier ist das Abbrechen des GĂ€rprozesses, bevor sich ein nennenswerter Anteil Alkohol bilden kann, wie man es auch beim Malzbier macht. Das modernere Verfahren ist das Dialyseverfahren, wobei einem normalen Bier durch Osmose ĂŒber eine Membran der Alkohol entzogen wird. Zurzeit hat alkoholfreies Bier einen Marktanteil von etwa 3 %.